Klassische Dressur und Clickertraining

Asfaloth und ich bei Anja Beran – 2012

Für mich ist die klassische Dressur das Leitbild das ich anstrebe, wenn ich auf dem Pferd sitze. Auch wenn wir meilenweit davon entfernt sind ein solch hohes Niveau der Reitkunst zu erreichen, so ist es doch wichtig zu wissen, wohin man möchte. Um gute Bewegungen mit dem Markersignal hervorheben zu können, muss man diese und deren Vorstufen, auch erkennen können. Man muß ein ideales Bild vor Augen haben, um zu wissen, welche Schritte dorthin führen, damit man sich den Trainingsplan erarbeiten kann. Anja Beran und Vera Munderloh beim Reiten zu beobachten hat mir ungemein geholfen, mein Auge zu schulen und Balance besser zu verstehen. Ich weiss nun WAS ich mit meinen Pferden erarbeiten muss um Gesundheit und Balance zu verbessern und zu erhalten. Nun bin ich leider keine so talentierte Reiterin wie Anjas Schülerinnen. Aber ich kann das teilweise ausgleichen mit dem Wissen WIE man einem Pferd etwas beibringt und beide Spaß dabei haben können. 

Clickertraining, wie Alexandra Kurland es unterrichtet, beinhaltet bereits die Prinzipien der klassischen Dressur, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint, denn Alexandras Übungen haben sehr unkonventionelle Namen. Aber nur durch Alexandras Arbeit konnte ich mir Anjas Arbeit erschließen und so, trotz mangelnden Talents, haben wir nun doch tatsächlich die Piaffe und deutlichen Anfänge der Passage erarbeitet. Wer hätte das gedacht?

Alexandra Kurland bei Anja Beran

Seit 2015, als ich Alexandra im Rahmen eines Clickertraining Workshops zu einem kurzen Besuch zu Anja Beran brachte, kommt Alexandra regelmäßig zum International Classical Dressage Workshop, den Anja Beran jedes Jahr im Juli organisiert. Es ist eine fantastische Gelegenheit zwei so großartige Trainerinnen zusammen zu haben.

2016

Alexandra Kurland, Michaela Hempen, Vera Munderloh, Marla Foreman (und Mary Concannon hinter der Kamera) – 2016

2015

Mary Concannon, Alexandra Kurland, Michaela Hempen und Anja Beran – 2015


2017

In Episode #21 des populären Equiosity Podcasts erzählt Alexandra Kurland von ihrem Besuch bei Anja Beran im July 2017 und lädt mich ein zu erläutern, weshalb ich so begeistert bin von dem was ich bei Anja sehe. https://www.equiosity.com/single-post/2018/08/09/Episode-21-A-Postcard-From-Germany

Heather Binns hat uns begleitet und beschreibt ihre Eindrücke vom Besuch bei Anja in ihrem beliebten Horse Magic Blog 1. Horse Adventures in Europe 2018!


Im Anschluss an unseren Besuch in 2015 habe ich dieses Interview mit Anja und Alexandra geführt. Es war erstaunlich, wie viele Gemeinsamkeiten zum Vorschein kamen.

Viel Spaß beim Lesen!

Ein paar Fragen an Alexandra Kurland und Anja Beran:


Welche Eigenschaften sollte ein Trainer mitbringen?

Ein Trainer sollte zunächst sportlich sein, ein sehr gutes Körpergefühl, bei hervorragender Koordination haben und zu Beginn seiner Laufbahn: reiten, reiten, reiten und etliche Pferde ausgebildet haben bis zur höchsten Stufe! Dadurch bekommt er Erfahrung, entwickelt sein Gefühl und kann sich in viele verschiedene Pferde hineinversetzen UND das ist das wichtigste, er weiß wie sie sich „anfühlen“. Denn nur so kann er später sinnvolle Hilfestellung vermitteln. Das technische Können muss die Basis seines Tuns sein, es sollte von umfangreichem theoretischem Wissen untermauert sein. 

Er sollte für jede Pferderasse und jede Reitdisziplin Interesse haben, um sein Wissen stets zu erweitern. Geduld und unaufgeregtes Herangehen an Pferde und Schüler sind wichtig! Möglichst schnell sollte er den Ist-Zustand eines Pferd- und Reiterpaares auffassen und den Unterricht individuell aufbauen. Entscheidend ist dabei für mich immer, dass er stets auf der Seite des Pferdes steht und diesem hilft mit seinem Reiter zurechtzukommen. Meistens kann im Unterricht ja nicht das verlangt werden was für das Pferd sinnvoll wäre, weil der Reiter nicht in der Lage ist, die evtl. schwierigen gymnastischen Übungen umzusetzen, sondern es muss fast immer ein Kompromiss gefunden werden um dem Reiter einen Fortschritt zu ermöglichen und gleichzeitig das Pferd nicht zu belasten, sondern zu verbessern. Kein leichtes Unterfangen, dafür benötig man Reife, viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen. Schließlich benötigt ein guter Reitlehrer auch noch eine große Portion soziale Intelligenz!