Die Beobachtung deines Pferdes schließt emotionales Verhalten mit ein. Emotionales Verhalten ist schwieriger zu interpretieren als Bewegung, aber je besser du dein Pferd kennst und je genauer du es beobachtest, desto besser sind die Chancen, dass deine Interpretation dem emotionalen Zustand deines Pferdes entspricht. 

Ein guter Indikator ist die Art und Weise wie dein Pferd das Futter von deiner Hand nimmt. Sind die Lippen sanft, wenn sie das Futter von deiner Hand nehmen oder spürst du fast die Zähne über deine Handfläche streifen? Das kann sich während einer Trainingseinheit ändern und ist ein guter Hinweis auf die innere Spannung deines Pferdes.

Was machen ihre Ohren? Sind die Ohren auf dich gerichtet? Oder sind die Ohren entspannt zur Seite? Es geht nicht darum, dass ihre Ohren immer gespitzt nach vorne sein sollten, denn das könnte auch bedeuten, dass ihr Fokus auf eine Bewegung in den Büschen gerichtet ist und nicht auf dich. Genausowenig möchten wir Ohren sehen, die immer nach hinten gepinnt sind, denn auch das kann auf eine innere Spannung hindeuten. Es gibt auch Unterschiede in der Qualität des “Ohren nach hinten”: manchmal bedeutet es negative Emotionen aber Ohren sind auch direktional, d.h. richtungsweisend. Ein hochkonzentriertes Pferd kann auch seine Ohren nach hinten richten ohne negative Emotionen zu haben. In der Piaffe haben Pferde oft ihre Ohren leicht nach hinten gedreht. Deshalb sollte man immer das Gesamtbild sehen, nie die Ohren allein. 

Schweifschlagen kann auch individuell sehr unterschiedlich sein. Manche Pferde schlagen schon mit dem Schweif wenn sie mit dem Bein eine Fliege vom Bauch vertreiben (meine Graya). Andere fast nie.

Wenn du dein Pferd gut kennst, dann hast du eine größere Chance diese Zeichen richtig zu interpretieren. Denke nur immer an das Gesamtbild und dass sie die Emotionen von einem Moment zum anderen ändern können. Wenn sie beim Training mal ins Negative umschlagen, dann ist das kein Beinbruch solange du es bemerkst und das Training dementsprechend anpasst. Nur wenn du es nicht merkst, dann kann es auf lange Sicht großen Schaden anrichten, weil du beim Training nicht nur das physische Verhalten trainierst sondern immer das physische Verhalten PLUS emotionales Verhalten !!! Das gehört zusammen und das später zu trennen wird sehr schwierig werden.

Drum achte immer auf das emotionale Verhalten deines Pferdes wenn du trainierst. Kommt zu viel Spannung auf, dann geh einen Schritt zurück, mach eine Pause, ein Verhalten dass dein Pferd mag und überlege, ob die deine Vorgehensweise ändern kannst damit du in einer sauberen Schleife arbeitest, die kein unerwünschtes Verhalten enthält, auch kein emotional unerwünschtes.

Keep it fun!

19 November | 0 Kommentare

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