Hier lebt die Arbeit.
Anja hatte mein Video angesehen und zwei Dinge angemerkt. Zu viel Abstellung, zu wenig Linksbiegung. Also habe ich versucht, das umzusetzen. Weniger Abstellung, mehr Biegung.
Wenn Blondie sich geraderichtet statt zu biegen, ist es kein Schulterherein mehr. Auch wenn wir seitlich unterwegs sind. Es ist Schenkelweichen. Eine andere Übung mit einer anderen Wirkung.
Schenkelweichen hat seinen Platz. Aber es baut nicht die Tragkraft auf, die Blondie für die Linkswendung braucht.
Die gerade Variante schadet ihr nicht. Aber wenn ich sie clicke und glaube, es sei Schulterherein, bestätige ich genau diese Bewegung. Ich sage ihr, das ist richtig, mach weiter so.
Wenn ich das verstärke, wird es später schwer, das zu ändern. Einfacher ist es, von Anfang an genau hinzuschauen.
Was ich also anpassen muss, ist nicht der Schwierigkeitsgrad. Sondern was ich bereit bin zu clicken. Drei Schritte mit echter Biegung. Clicken, loslassen, belohnen. Dann neu aufstellen.
Beim Schulterherein zählt Präzision. Nur die Schritte, die biegen, die tragen, die wirklich auf diese Linkswenden hinarbeiten.
Das linke Video zeigt einen frühen Moment aus dem Prozess. Ich nutze eine Volte, um die linke Biegung vorzubereiten, bevor es an die Bande geht. Wenn ich einen besseren Schritt spüre, clicke ich ihn.
Das rechte Video ist die Einheit danach. Nicht jeder Schritt gelingt. Man sieht, wie die Hinterhand zur Bande wandert, wenn Blondie sich geraderichtet. Aber die Gesamtqualität ist schon eine andere. Flüssiger. Leichter.
Blondie sucht die richtigen Schritte. Ich versuche, ihr dabei nicht im Weg zu sein.
Wir sind auf dem richtigen Weg.
Michaela
Glückliche Pferde machen glückliche Menschen