TIL#3 - Wie man sein Pferd zum Stolpern bringt

In meiner letzten E-Mail habe ich geschrieben, dass die Wendung weg von der Bande noch erarbeitet werden musste, und ich habe mich auf die Suche nach der Antwort gemacht.

Was ich gefunden habe, hatte ich nicht erwartet.


In dieser Trainingseinheit war die Biegung bereits besser. Die Vorbereitung durch die Kehrtvolte zeigte Wirkung, denn Blondie verließ die Bande weicher, und die Wendung fühlte sich fließender an. Aber auf halber Strecke verlor sie manchmal das Gleichgewicht, und ich konnte es mir zunächst nicht erklären.

Der schwierige Teil sollte doch das Verlassen der Bande sein. Die zweite Hälfte, also die Rückkehr zur Bande, schien der einfachere Teil zu sein.

Aber Blondie sagte mir etwas anderes.

Ich hatte die Einheit auf Video aufgenommen und setzte mich am Abend mit dem Material hin, neugierig darauf, etwas zu finden, das ich verbessern konnte.


Der Blickwinkel des Videos ist sehr gut, und man kann alles sehen.

Sie verlässt die Bande, nicht ganz sauber, aber sie findet ihr Gleichgewicht, während sie in die Wendung geht. Dann, etwa auf der Mittellinie, hebt sie den Kopf und stockt. Ich habe euch den Clip zuerst in normaler Geschwindigkeit und anschließend in Zeitlupe gelassen, damit ihr sehen könnt, was genau passiert.

Bevor sie stockt, schaut auf mein inneres Bein.

Ich drücke damit, schiebe ihr inneres Hinterbein zu weit nach außen und verlange von ihr, weiter zu überkreuzen, als sie es bewältigen kann. Ihr äußeres Bein kann nicht nach vorne kommen, und ich bringe sie damit zum Stolpern. Natürlich protestiert sie, denn sie hat keine andere Wahl.

Ich konnte nicht glauben, was ich sah. Der Fehler war offensichtlich und ausschließlich meiner, denn ich hatte keine Ahnung, dass ich es tat. Aber Blondie wusste es. Mit dieser Erkenntnis konnte ich es kaum erwarten, es erneut zu versuchen.


Am nächsten Tag ging ich zurück und ritt die Wendung sorgfältig, wobei ich darauf achtete, mein inneres Bein näher an der Gurtlage zu halten.

Der Unterschied war deutlich. Blondie bewegte sich gleichmäßiger und eleganter durch die Wendung, und als ich das Video mit Anja teilte, bestätigte sie, was ich gehofft hatte: Die Wendung war tatsächlich besser geworden, nicht nur in meiner Vorstellung.


Mein inneres Bein werde ich weiter im Auge behalten müssen.

Und Blondies linke Seite ist nach wie vor steifer als ihre rechte, sodass wir weiter daran arbeiten werden.

Aber in einer Wendung, an einem Tag, hat alles gehalten.

Michaela

Glückliche Pferde machen glückliche Menschen